Schröpfen
Die Schröpf-Therapie in der Traditionellen Chinesischen Medizin gehört zum medizinischen Erbe Chinas.
Als Instrumente dienen Schröpfgefäße. Durch Wärme wird die darin enthaltene Luft verdrängt und ein Unterdruck erzeugt. Dadurch saugen sich die Gefäße an der Haut fest und verursachen eine örtliche Blutansammlung und Blutergüsse.
Das Verfahren wird bereits in den "Rezepturen für zweiundfünfzig Krankheiten" erwähnt, einer Seidenhandschrift, die in den Gräbern von Mawangdui aus der Han-Dynastie gefunden wurde.
Auch in der chinesischen medizinischen Literatur späterer Epochen wurde es ausführlich behandelt. So heißt es etwa im Ben Cao Gang Mu ( 本草纲目 „Nachtrag zum Kompendium der Materia Medica“). Dieses Werk wurde von der UNESCO in die Liste „Memory of the World“ aufgenommen (UNESCO Site):
"Wenn das vom Feuer erwärmte Gefäß mit dem Fleisch in Berührung kommt, haftet es so fest, dass es sich nicht lösen lässt. Darunter bildet sich ein roter Hof, im Gefäß tritt Feuchtigkeit aus, und Wind und Kälte werden vollständig herausgezogen."
Schröpfmethoden
Zu den Methoden gehören das normale Schröpfen, die Schröpfmassage (bewegtes Schröpfen) sowie das "blutige Schröpfen", ( Anstechen mit anschließendem Schröpfen). Welche Methode konkret angewendet wird, richtet sich nach der Konstitution und dem Zustand der behandelten Person.
Wirkungen des Schröpfens
1. Meridiane durchgängig machen sowie Schwellungen und Schmerzen lindern
Der starke Zug des Unterdrucks kann angespannte Leitbahnen, Muskeln und Faszien in der Tiefe lockern. Dies kann chronische Schulter- und Nackenschmerzen sowie Überlastungsbeschwerden der Lendenmuskulatur deutlich lindern.
2. Wind und Kälte vertreiben, Feuchtigkeit beseitigen und die Körperoberfläche entlasten.
Durch die Erweiterung kleiner Blutgefäße und die Steigerung des örtlichen Stoffwechsels soll das Schröpfen helfen, Kälte und Feuchtigkeit zu vertreiben, die durch Klimaanlagen oder Auskühlung verursacht wurden. Es soll außerdem bei beginnenden Erkältungsbeschwerden helfen.
3. Qi bewegen, das Blut beleben und die Zirkulation fördern
Die durch das Schröpfen hervorgerufene örtliche Rötung und die Blutergüsse werden als heilsamer Reiz beschrieben. Dieser soll die örtliche Blut- und Lymphzirkulation fördern und Stoffwechselprodukte abtransportieren, die mit Schmerzen und Muskelkater verbunden sind.
4. Die Funktion der inneren Organe regulieren
Das Schröpfen entlang der Blasenleitbahn am Rücken und an bestimmten Akupunkturpunkten soll dazu beitragen, das Gleichgewicht von Yin und Yang zu regulieren und Milz und Lunge zu stärken.
